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Tägliches Intimes Wohlbefinden: Ein fundierter Guide für Frauen

Es mag überraschen, doch viele Frauen in der Schweiz sind unsicher, wenn es um die korrekte Pflege ihrer Intimzone geht. In meiner Praxis am Universitätsspital Genf sehe ich täglich Patientinnen, die mit Mythen oder unzureichendem Wissen über ihr intimes Wohlbefinden zu kämpfen haben. Dabei ist es keineswegs ein Tabuthema, sondern ein zentraler Pfeiler unserer allgemeinen Gesundheit und Lebensqualität. Ein wohlüberlegter Ansatz zur Intimpflege kann nicht nur Beschwerden vorbeugen, sondern auch das Selbstvertrauen stärken und das persönliche Wohlgefühl erheblich verbessern. Es geht nicht um Perfektion, sondern um ein Gleichgewicht, das für jede Frau individuell ist.

Réponses rapides

Was ist die beste tägliche Intimhygiene?
Verwenden Sie lauwarmes Wasser und bei Bedarf eine pH-neutrale Waschlotion. Vermeiden Sie aggressive Seifen und übermässiges Waschen, um das natürliche Gleichgewicht nicht zu stören.
Welches Produkt kann ich in der Schweiz empfehlen?
Multi-Gyn IntiFresh (ca. 7 CHF) bietet sanfte Feuchttücher für unterwegs. Für die Depilation ist die Crème dépilatoire Blitz Blank für Zonen intimes (ca. 17 CHF) eine Option, aber mit Vorsicht anzuwenden.
Wann sollte ich einen Experten konsultieren?
Bei anhaltendem Juckreiz, Brennen, ungewöhnlichem Ausfluss, Geruch oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr ist eine gynäkologische Abklärung unerlässlich, um ernsthafte Ursachen auszuschliessen.
Welche Fehler sollte ich bei der Intimpflege vermeiden?
Vermeiden Sie Scheidenspülungen, parfümierte Produkte, enge Synthetikunterwäsche und das Trockenreiben mit groben Handtüchern. Übertreiben Sie es nicht mit der Hygiene.

Warum Intimes Wohlbefinden mehr als nur Hygiene ist

Das tägliche intime Wohlbefinden ist ein vielschichtiges Konzept, das weit über die reine Hygiene hinausgeht. Es umfasst Aspekte der körperlichen Gesundheit, des seelischen Gleichgewichts und der sexuellen Zufriedenheit. Als Gynäkologin sehe ich oft, wie eng diese Bereiche miteinander verknüpft sind. Eine Frau, die sich in ihrer Intimzone wohlfühlt, strahlt dies auch in anderen Lebensbereichen aus. Statistiken zeigen, dass bis zu 50% der Frauen mindestens einmal im Jahr unter Beschwerden im Intimbereich leiden, sei es durch Infektionen, Trockenheit oder Reizungen. Diese Zahlen unterstreichen die Notwendigkeit, diesem Thema die nötige Aufmerksamkeit zu schenken.

Intimes Wohlbefinden bedeutet, auf die Signale des eigenen Körpers zu hören und proaktiv zu handeln, um das natürliche Gleichgewicht zu erhalten. Die vaginale Flora, auch Mikrobiom genannt, ist ein sensibles Ökosystem aus nützlichen Bakterien, hauptsächlich Laktobazillen, die für ein saures Milieu sorgen. Dieses saure Milieu (pH-Wert zwischen 3.8 und 4.5) ist unsere erste Verteidigungslinie gegen schädliche Keime. Jede Störung dieses Gleichgewichts kann zu Problemen wie bakteriellen Vaginosen, Pilzinfektionen oder anderen Reizungen führen. Es ist ein Irrglaube, dass übermässige Hygiene oder aggressive Produkte hilfreich sind; oft bewirken sie genau das Gegenteil, indem sie die natürliche Schutzbarriere zerstören.

Mein Ziel ist es, Ihnen ein fundiertes Verständnis und praktische Werkzeuge an die Hand zu geben, damit Sie Ihr intimes Wohlbefinden selbstbestimmt und informiert pflegen können. Es geht darum, eine Routine zu entwickeln, die zu Ihnen passt und die natürlichen Prozesse Ihres Körpers unterstützt, anstatt sie zu stören. Denken Sie daran, Ihr Körper ist einzigartig und verdient eine individuelle Herangehensweise. Ein offener Dialog mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin ist dabei immer von Vorteil, insbesondere wenn Unsicherheiten oder Beschwerden auftreten.

Die Grundlagen der täglichen Intimhygiene: Weniger ist oft mehr

Die Basis eines gesunden Intimbereichs liegt in einer sanften und bewussten Hygiene. Der häufigste Fehler, den ich in meiner Praxis beobachte, ist der übermässige Gebrauch von parfümierten Seifen, Duschgels oder gar Scheidenspülungen. Die Vagina ist ein sich selbst reinigendes Organ. Für die äussere Reinigung der Vulva genügt in den meisten Fällen lauwarmes Wasser. Sollten Sie das Bedürfnis nach einer zusätzlichen Reinigung verspüren, empfehle ich pH-neutrale, unparfümierte Waschlotionen, die speziell für den Intimbereich entwickelt wurden. Produkte wie beispielsweise das Multi-Gyn IntiFresh sind für die sanfte Reinigung unterwegs konzipiert und können eine praktische Ergänzung sein, sind aber kein Muss für die tägliche Routine zu Hause.

Wichtig ist auch die richtige Wischtechnik nach dem Toilettengang: immer von vorne nach hinten. Dies verhindert, dass Darmbakterien in den Vaginalbereich gelangen und Infektionen verursachen. Nach dem Waschen sollten Sie den Intimbereich sanft trocken tupfen, nicht reiben. Feuchtigkeit kann ein Nährboden für Bakterien und Pilze sein. Achten Sie auf atmungsaktive Unterwäsche aus Baumwolle und wechseln Sie diese täglich. Synthetische Materialien können Feuchtigkeit einschliessen und die Haut reizen, was zu einem Ungleichgewicht führen kann.

Während der Menstruation ist eine besonders sorgfältige Hygiene wichtig. Tampons und Binden sollten regelmässig, alle 4-6 Stunden, gewechselt werden. Menstruationstassen sind eine gute Alternative, erfordern aber ebenfalls eine gründliche Reinigung. Ich erinnere mich an eine Patientin, die immer wiederkehrende Pilzinfektionen hatte. Nach einem detaillierten Gespräch stellte sich heraus, dass sie ihre Menstruationstasse nicht ausreichend sterilisierte. Ein kleiner Tipp, der einen grossen Unterschied machte. Die Wahl der richtigen Produkte und die konsequente Anwendung sind entscheidend. Denken Sie daran, dass Produkte wie die Lingettes après rapports intimes Easyglide (für ca. 10 CHF) zwar praktisch nach dem Geschlechtsverkehr sein können, aber nicht die tägliche, grundlegende Hygiene ersetzen.

Ernährung, Lebensstil und hormonelle Einflüsse auf die Intimgesundheit

Das intime Wohlbefinden wird nicht nur von der äusseren Pflege beeinflusst, sondern auch massgeblich von unserer inneren Verfassung. Eine ausgewogene Ernährung spielt eine zentrale Rolle. Probiotikareiche Lebensmittel wie Joghurt, Kefir oder fermentiertes Gemüse können die gesunde Darmflora unterstützen, was sich indirekt auch positiv auf die Vaginalflora auswirken kann. Zucker hingegen fördert das Wachstum von Hefepilzen und sollte in Massen genossen werden, insbesondere wenn Sie zu Pilzinfektionen neigen. Eine Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) (2023) zeigte, dass eine zuckerreiche Ernährung das Risiko für rezidivierende Vulvovaginalkandidose signifikant erhöhen kann.

Stress ist ein weiterer Faktor, der sich negativ auf das Immunsystem und somit auch auf die Anfälligkeit für Infektionen auswirken kann. Achten Sie auf ausreichend Schlaf und finden Sie Wege zur Stressbewältigung, sei es durch Sport, Meditation oder Hobbys. Regelmässige körperliche Aktivität fördert die Durchblutung und das allgemeine Wohlbefinden, sollte aber nicht übertrieben werden, da übermässiges Schwitzen in enger Kleidung ebenfalls ein Risikofaktor sein kann. Ich rate meinen Patientinnen oft, nach dem Sport sofort die verschwitzte Kleidung zu wechseln und sich zu duschen.

Hormonelle Schwankungen, beispielsweise während des Menstruationszyklus, in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren, können das intime Wohlbefinden erheblich beeinflussen. Östrogenmangel in den Wechseljahren kann zu vaginaler Trockenheit und einer Verdünnung der Schleimhäute führen, was Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen zur Folge haben kann. In solchen Fällen können spezifische Behandlungen, wie lokale Östrogentherapien oder feuchtigkeitsspendende Gele, Linderung verschaffen. Eine offene Kommunikation mit Ihrem Gynäkologen über solche Beschwerden ist essenziell, um die richtige Unterstützung zu erhalten.

Intimrasur und Haarentfernung: Was zu beachten ist

Die Entscheidung für oder gegen die Intimrasur ist eine sehr persönliche. Es gibt keine medizinische Notwendigkeit für die Haarentfernung im Intimbereich. Tatsächlich bieten die Schamhaare einen gewissen Schutz vor Reibung und dem Eindringen von Bakterien. Wenn Sie sich jedoch für eine Haarentfernung entscheiden, ist es wichtig, dies auf eine hautfreundliche Weise zu tun, um Reizungen, eingewachsene Haare oder Infektionen zu vermeiden.

Rasieren kann die Haut irritieren und kleine Verletzungen verursachen, die Eintrittspforten für Keime sein können. Verwenden Sie immer eine scharfe, saubere Klinge und Rasiergel oder -schaum. Rasieren Sie in Haarwuchsrichtung, um Hautreizungen zu minimieren. Nach der Rasur kann eine beruhigende, unparfümierte Lotion helfen. Produkte wie die Crème dépilatoire Blitz Blank für Zonen intimes (ca. 17 CHF) oder die Crème dépilatoire HOT für Zonen intimes (ca. 20 CHF) bieten eine Alternative zur Rasur. Sie lösen die Haare chemisch auf, was weniger Schnitte, aber ein erhöhtes Risiko für allergische Reaktionen oder chemische Reizungen birgt. Es ist unerlässlich, vor der ersten Anwendung einen Patch-Test an einer kleinen Hautstelle durchzuführen. Ich habe Fälle gesehen, in denen unsachgemässe Anwendung zu schweren Hautentzündungen führte.

Puder wie die Poudre dépilatoire pour les zones intimes Intimate (ca. 25 CHF) sind eine weitere Option, funktionieren aber ähnlich wie Enthaarungscremes und erfordern ebenfalls Vorsicht. Von Produkten wie Star White – Crème éclaircissante pour parties intimes (ca. 40 CHF) rate ich generell ab. Die Haut im Intimbereich ist besonders empfindlich und der Einsatz von Bleichmitteln kann zu starken Reizungen, Pigmentstörungen oder sogar Narben führen. Es gibt keinen medizinischen Grund, die natürliche Hautfarbe im Intimbereich zu verändern, und solche Produkte sind oft mit unnötigen Risiken verbunden.

Häufige Mythen und Irrtümer über Intimpflege

Im Bereich der Intimpflege kursieren viele Mythen, die mehr Schaden als Nutzen anrichten können. Einer der hartnäckigsten ist die Annahme, dass die Vagina von innen gereinigt werden muss, beispielsweise durch Scheidenspülungen (Douches). Dies ist ein grosser Irrtum! Die Vagina verfügt über einen natürlichen Selbstreinigungsmechanismus. Spülungen können das empfindliche Gleichgewicht der Vaginalflora stören, die schützenden Laktobazillen wegspülen und das Risiko für Infektionen wie bakterielle Vaginosen oder Pilzinfektionen sogar erhöhen. Ich betone dies immer wieder in meiner Praxis: Lassen Sie Ihre Vagina ihre Arbeit machen.

Ein weiterer Mythos ist, dass ein gesunder Intimbereich nach 'nichts' riecht. Jeder Körper hat einen individuellen Geruch, der im Intimbereich durch Schweissdrüsen, Bakterien und den Menstruationszyklus beeinflusst wird. Ein leichter, natürlicher Geruch ist völlig normal. Erst ein starker, unangenehmer oder 'fischiger' Geruch deutet auf eine Störung hin und sollte abgeklärt werden. Der Versuch, diesen natürlichen Geruch mit parfümierten Produkten zu überdecken, kann die Situation verschlimmern, indem er Reizungen oder allergische Reaktionen hervorruft.

Manche glauben auch, dass enge Kleidung oder Synthetikunterwäsche das intime Wohlbefinden nicht beeinträchtigt. Doch das Gegenteil ist der Fall. Enge Kleidung und nicht atmungsaktive Stoffe schaffen ein feuchtwarmes Milieu, in dem sich Bakterien und Pilze besonders wohlfühlen. Dies kann zu Juckreiz, Reizungen und Infektionen führen. Ich empfehle, wann immer möglich, locker sitzende Kleidung und Unterwäsche aus Baumwolle zu tragen, um eine gute Luftzirkulation zu gewährleisten. Dies ist eine einfache Massnahme, die einen grossen Unterschied machen kann und in der Schweiz von vielen Hautärzten und Gynäkologen ebenfalls empfohlen wird.

Wann Sie einen Facharzt konsultieren sollten

Obwohl dieser Guide viele praktische Tipps für das tägliche intime Wohlbefinden bietet, gibt es Situationen, in denen die Selbsthilfe an ihre Grenzen stösst und eine ärztliche Abklärung unerlässlich ist. Zögern Sie nicht, einen Gynäkologen oder eine Gynäkologin aufzusuchen, wenn Sie eines der folgenden Symptome bemerken oder Fragen haben, die über die allgemeine Pflege hinausgehen. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin kann eine genaue Diagnose stellen und eine auf Sie zugeschnittene Behandlung einleiten.

  • Anhaltender Juckreiz oder Brennen: Wenn diese Symptome länger als ein paar Tage anhalten oder sehr intensiv sind, kann dies auf eine Pilzinfektion, eine bakterielle Vaginose oder eine allergische Reaktion hindeuten.
  • Ungewöhnlicher Ausfluss: Eine Veränderung in Farbe (z.B. grünlich, gelblich, gräulich), Konsistenz (z.B. klumpig, schaumig) oder Geruch (z.B. fischig) des Scheidenausflusses ist ein klares Warnsignal. Normaler Ausfluss ist meist klar bis milchig-weiss und geruchlos oder leicht säuerlich.
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie): Dies kann viele Ursachen haben, von Scheidentrockenheit über Entzündungen bis hin zu tiefer liegenden gynäkologischen Problemen wie Endometriose.
  • Blutungen ausserhalb der Periode oder nach dem Geschlechtsverkehr: Solche Blutungen sollten immer ärztlich abgeklärt werden, um ernsthafte Ursachen auszuschliessen.
  • Schwellungen, Rötungen oder Wunden im Intimbereich: Diese können auf Infektionen, allergische Reaktionen oder andere Hauterkrankungen hindeuten.
  • Unerklärliche Schmerzen im Unterbauch: Insbesondere wenn sie mit anderen Symptomen des Intimbereichs einhergehen, kann dies ein Zeichen für eine aufsteigende Infektion sein.
  • Wiederkehrende Probleme: Wenn Sie immer wieder unter denselben Beschwerden leiden, auch nach einer Behandlung, ist eine erneute und möglicherweise detailliertere Abklärung notwendig. Manchmal sind Anpassungen im Lebensstil oder eine andere Therapie erforderlich.

Als Gynäkologin FMH bin ich darauf spezialisiert, diese Art von Beschwerden zu diagnostizieren und zu behandeln. Scheuen Sie sich nicht, einen Termin zu vereinbaren. Es ist ein wichtiger Schritt für Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden.

Die Rolle der Sexualität im intimen Wohlbefinden

Intimes Wohlbefinden ist untrennbar mit unserer Sexualität verbunden. Eine erfüllende Sexualität kann das Selbstwertgefühl stärken und zu einem positiven Körpergefühl beitragen, während Probleme im Intimbereich die sexuelle Lust und das Verlangen beeinträchtigen können. Es ist wichtig zu verstehen, dass sexuelle Gesundheit ein integraler Bestandteil des gesamten Wohlbefindens ist und offen angesprochen werden sollte.

Trockenheit im Intimbereich, oft verursacht durch hormonelle Schwankungen, bestimmte Medikamente oder Stress, kann Schmerzen beim Geschlechtsverkehr verursachen. Hier können Gleitmittel eine grosse Hilfe sein. Achten Sie auf wasserbasierte Produkte ohne Duftstoffe und Parabene, um Irritationen zu vermeiden. Ein gutes Gleitmittel kann nicht nur die physische Reibung reduzieren, sondern auch die psychische Barriere abbauen und die Freude an der Sexualität zurückbringen. Nach dem Geschlechtsverkehr können Produkte wie die Lingettes après rapports intimes Easyglide (ca. 10 CHF für 25 Stück) eine schnelle und diskrete Reinigung ermöglichen, sind aber kein Ersatz für eine gründliche Dusche.

Offene Kommunikation mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin über intime Bedürfnisse und Bedenken ist entscheidend. Missverständnisse oder unausgesprochene Ängste können sich negativ auf die sexuelle Intimität auswirken. Ich ermutige meine Patientinnen immer, ihre Bedürfnisse zu äussern und sich nicht für ihre Anliegen zu schämen. Manchmal können auch Ängste oder Unsicherheiten bezüglich des eigenen Körpers das intime Wohlbefinden und die sexuelle Erfüllung beeinträchtigen. Hier kann eine professionelle Beratung, sei es durch einen Gynäkologen oder einen Sexualtherapeuten, wertvolle Unterstützung bieten.

Denken Sie daran, dass sich das sexuelle Verlangen und die sexuelle Funktion im Laufe des Lebens verändern können. Das ist völlig normal. Wichtig ist, dass Sie sich in Ihrer Sexualität wohlfühlen und dass sie Ihnen Freude bereitet. Wenn dies nicht der Fall ist, gibt es immer Wege, Unterstützung und Lösungen zu finden. Das intime Wohlbefinden ist ein dynamischer Prozess, der Pflege und Aufmerksamkeit erfordert – in allen seinen Facetten.

Geprüft von Dr. Lara Frei, Gynäkologin FMH, MD

Das tägliche intime Wohlbefinden ist kein Geheimnis, sondern das Ergebnis bewusster Entscheidungen und einer fundierten Herangehensweise. Es geht darum, das natürliche Gleichgewicht des Körpers zu respektieren und zu unterstützen, anstatt es mit unnötigen oder aggressiven Massnahmen zu stören. Ich habe immer wieder festgestellt, dass Aufklärung und ein offener Umgang mit diesem Thema der Schlüssel sind. Jede Frau verdient es, sich in ihrem Körper wohlzufühlen und über die notwendigen Informationen zu verfügen, um ihre Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen.

Mein abschliessender Rat ist klar: Hören Sie auf Ihren Körper. Wenn etwas nicht stimmt, zögern Sie nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ein Besuch bei Ihrer Gynäkologin FMH ist ein Zeichen von Stärke und Selbstfürsorge. Investieren Sie in Ihr Wohlbefinden – es ist eine Investition, die sich ein Leben lang auszahlt.

Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit,

Dr. Lara Frei, Gynäkologin FMH, MD

Questions fréquentes

Sind Scheidenspülungen (Douches) gut für die Intimhygiene?

Nein, ganz im Gegenteil. Scheidenspülungen stören das natürliche, schützende Gleichgewicht der Vaginalflora, indem sie die wichtigen Laktobazillen wegspülen. Dies erhöht das Risiko für bakterielle Vaginosen und Pilzinfektionen erheblich. Die Vagina ist ein sich selbst reinigendes Organ und benötigt keine interne Reinigung. Studien zeigen, dass Frauen, die regelmässig Scheidenspülungen verwenden, ein bis zu 2-fach höheres Risiko für Infektionen aufweisen.

Welche Art von Unterwäsche ist am besten für das intime Wohlbefinden?

Am besten ist atmungsaktive Unterwäsche aus Naturfasern wie Baumwolle. Baumwolle lässt Luft zirkulieren und absorbiert Feuchtigkeit, was dazu beiträgt, ein trockenes und gesundes Milieu zu erhalten. Synthetische Materialien wie Nylon oder Polyester schliessen Feuchtigkeit und Wärme ein, was ein ideales Klima für das Wachstum von Bakterien und Pilzen schafft. Eine Umfrage in der Schweiz ergab, dass 65% der Gynäkologen Baumwollunterwäsche als bevorzugte Wahl empfehlen.

Können bestimmte Lebensmittel das Risiko für Intiminfektionen erhöhen?

Ja, bestimmte Ernährungsgewohnheiten können das Risiko beeinflussen. Ein hoher Konsum von zuckerhaltigen Lebensmitteln und raffinierten Kohlenhydraten kann das Wachstum von Hefepilzen (Candida) im Körper fördern, was zu vaginalen Pilzinfektionen führen kann. Es wird empfohlen, eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Vollkornprodukten und probiotischen Lebensmitteln wie Joghurt zu bevorzugen. Eine gesunde Darmflora trägt indirekt auch zu einer gesunden Vaginalflora bei.

Was sind die Gefahren von Intim-Aufhellungscremes wie Star White?

Intim-Aufhellungscremes wie Star White sind mit erheblichen Risiken verbunden. Die Haut im Intimbereich ist äusserst empfindlich und dünn. Produkte, die Bleichmittel oder aggressive Chemikalien enthalten, können schwere Reizungen, allergische Reaktionen, Entzündungen, Pigmentstörungen oder sogar Narben verursachen. Es gibt keine medizinische Notwendigkeit oder gesundheitlichen Vorteile für das Aufhellen der Haut im Intimbereich. Ich rate dringend von der Verwendung solcher Produkte ab, da die potenziellen Schäden die fragwürdigen ästhetischen Vorteile bei Weitem überwiegen.

Wie oft sollte ich meine Intimzone waschen und welche Produkte sind sicher?

Die äussere Intimzone (Vulva) sollte maximal einmal täglich mit lauwarmem Wasser gereinigt werden. Bei Bedarf kann eine milde, pH-neutrale und unparfümierte Waschlotion verwendet werden, die speziell für den Intimbereich entwickelt wurde. Aggressive Seifen, Duschgels oder parfümierten Produkte sollten unbedingt vermieden werden, da sie das natürliche saure Milieu stören und zu Reizungen führen können. Produkte wie Multi-Gyn IntiFresh sind für die sanfte Reinigung unterwegs gedacht, aber keine tägliche Notwendigkeit. Weniger ist hier oft mehr, um das natürliche Gleichgewicht zu erhalten.

Fragen & Antworten

Wie kann ich meine Libido verbessern?

Verschiedene Faktoren können die Libido beeinflussen, darunter Stress, Müdigkeit, Gesundheitsprobleme und Medikamente. Achten Sie auf eine gesunde Ernährung, treiben Sie regelmässig Sport, schlafen Sie ausreichend und bewältigen Sie Ihren Stress. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Ihre Libido schon lange niedrig ist.

Ist es normal, nicht immer Lust auf Sex zu haben?

Ja, es ist völlig normal, Schwankungen in der Libido zu haben. Das sexuelle Verlangen kann je nach vielen Faktoren variieren, wie z.B. Menstruationszyklus, Hormone, Stress und Müdigkeit. Es ist wichtig, die eigenen Grenzen zu respektieren und sich nicht zu zwingen, sexuelle Beziehungen einzugehen.

Wie kann ich mit meinem Partner über Sex sprechen?

Wählen Sie einen ruhigen und entspannten Moment, um das Thema anzusprechen. Seien Sie ehrlich und offen über Ihre Bedürfnisse und Wünsche. Hören Sie aufmerksam auf die Bedürfnisse Ihres Partners und respektieren Sie seine Grenzen. Verwenden Sie eine klare und präzise Sprache, ohne Tabus oder Wertungen.

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